Erwachsenendelegation in Tansania

"Gäste zu haben ist ein Segen!” vs. “Die besten Gäste sind die, die wieder gehen.”
Ein paar Gedanken zur Delegationsreise in die Südzentraldiözese (Tansania)

Ein tansanisches Sprichwort sagt, dass Gäste zu beherbergen ein Segen ist. Demgegenüber steht das deutsche Sprichwort, dass die besten Gäste diejenigen sind, die wissen, wann sie wieder gehen müssen. Darin kommen zwei unterschiedliche Haltungen zum Ausdruck: Wir neigen dazu, Gäste bisweilen eher als (schwere organisatorische) Aufgabe zu sehen, während Gäste in Tansania als Gelegenheit gelten, sich auszutauschen, Neues zu erfahren und vielleicht auch miteinander ins Geschäft zu kommen.

Zwölf Tage reine Begegnungszeit vor Ort in den Dekanaten Tandala und Ludewa waren der Delegation (Dekanin Dr. Sperber-Hartmann, Amelie Reimann, Helena Müller, Dorothea Vorsthove, Janos Korda und Dekanatsmissionspfarrer Peter Gürth) geschenkt.

Nach einer fast dreitägigen, anstrengenden Anreise (per Bahn, Flugzeug, Bus und Land Cruiser) kamen wir am Samstagabend gegen 20 Uhr in Tandala an und wurden – so erschöpft, wie wir waren – herzlich mit Musik, Gebet, Tanz und gutem Essen empfangen. Das Lagerfeuer vor unseren Unterkünften brannte fortan die ganze Woche als Versammlungsort und Zeichen der Gastfreundschaft, bis wir Tandala wieder verließen, um nach Ludewa zu reisen, unsere Partner dort zu besuchen und ebenfalls eine gemeinsame Woche zu verbringen.

Zwischendurch hatten wir die Gelegenheit, Bischof Wilson Sanga von der Südzentraldiözese in Makete zu begegnen.

Beeindruckend – neben Land und Leuten und einem ganz anderen Leben als bei uns – waren die Gottesdienste und die gelebte Frömmigkeit sowie die Erfahrung, dass anders nicht schlechter oder besser ist, sondern einfach nur anders. Die Gastfreundschaft, die wir erfahren durften, rührte uns sehr an. Die Erfahrung, dass wir eine große christliche Familie sind – egal, wo wir leben und was unser Leben prägt –, verbindet uns mehr, als uns trennt. Das gilt für Menschen, die stärker von Gelegenheit zu Gelegenheit denken und handeln, ebenso wie für solche, deren Alltag von Absicherung und Planbarkeit geprägt ist.

Diese Reise knüpfte an eine 50-jährige Partnerschaft an und setzte neue Impulse. Gemeinsam haben wir über die Themen Klimawandel und Biodiversität, Gesundheitsvorsorge und Diakonie sowie Gesellschaftswandel und Einsamkeit nachdenken können und durften uns in Bibelarbeiten gegenseitig im Glauben an den lebendigen Gott bestärken.

Mit vielen Grüßen, Geschenken und Eindrücken reich beladen, mussten wir uns nach 16 Tagen wieder in unseren deutschen Alltag hineinfinden.

Pfr. Peter Gürth mit Dekanin EdwinaGottesdienst und Begrüßung in LudewaGesprächsrunden geplant aber auch zwischendurchDekaninnen unter sich Ein Baum der Freundschaft wird gepflanztDelegation mal anders